Zwillbrock liegt ca. 11 km westlich von Vreden an der niederländischen Grenze. Im Jahre 1651 wurde ein Kloster in Zwillbrock errichtet. Direkt an der niederländischen Grenze diente es in erster Linie der seelsorglichen Betreuung der verfolgten niederländischen Katholiken.
Die Klosterkirche wurde 1717 bis 1723 durch den heutigen Barockbau ersetzt. Es ist eine prachtvoll ausgestattete Kirche mit einer Schleifladenorgel aus dem Jahre 1720. In der Kirche finden regelmäßig die 'Zwillbrocker Konzerte' statt. Termine können dem Veranstaltungskalender entnommen werden. Sehenswert ist auch der Kloppendiek, ein mit alten Kopfeichen bestandener Weg. Auf diesem Weg gingen während des holländischen Verbots katholischer Gottesdienste Frauen (Kloppen) nach Holland, um zum Gottesdienst einzuladen. Kloppen sind lt. plattdeutschem Wörterbuch Betschwestern, frömmelnde Frauen. In der Nähe des Klosters gab es ein sogenanntes "Kloppenhuis", in dem fromme, alleinstehende Frauen wohnten und die im Kloster arbeiteten, z.B. liturgische Gewänder pflegten oder herstellten. Der Kloppendiek ist der Weg am Kloppenhuis vorbei.
Im Gegensatz zu Lünten, Ellewick und Ammeloe führten die Gründung des Klosters und der Bau der Kirche nicht zur Ausbildung eines Ortskerns. Heute hat Zwillbrock ca. 237 Einwohner.
Bekannt wurde Zwillbrock vor allem durch das 157 ha große Naturschutzgebiet 'Zwillbrocker Venn' mit der größten binnenländischen Lachmöwen-Kolonie. Von Anfang März, wenn die Brutzeit beginnt, bis in den Sommer hinein kann man die Möwen von der Aussichtskanzel im Venn beobachten. Gleichzeitig ist hier das nördlichste Flamingo-Brutgebiet der Welt.
Die Biologische Station in Zwillbrock mit angegliedertem Moormuseum betreut dieses Naturschutzgebiet.