“Widerstände gegen den Nationalsozialismus im Münsterland“
Die Ausstellung, die die alltäglichen, oft unspektakulären Widerstände in den Dörfern und Städten des Münsterlandes in den Mittelpunkt stellt, wird noch bis zum 28. September im Rathaus gezeigt. Der Vredener Lehrer Theodor Böcker ist einer der dargestellten Personen.

v.l.: Matthias M. Ester, Sandra Lentfort, Bürgermeister Dr. Christoph Holtwisch
Bürgermeister Dr. Christoph Holtwisch dankte Frau Lentfort dafür, dass sie die Ausstellung nach Vreden geholt habe. „Vreden und Geschichte gehören zusammen, das sieht man auch bei den Planungen für das Museumsquartier und das Kulturhistorische Zentrum.“ Zur Geschichte gehörten aber auch die dunklen Seiten, die Nationalsozialistische Zeit, die betroffen und traurig mache und beschäme. Die Stadtrundgänge und die Gedenkfeierlichkeiten zur Pogromnacht würden dabei helfen, diesen Aspekt der Geschichte bewusst zu machen. Selbst in solch einer Zeit habe es Personen gegeben die sich widersetzt hätten und dass sei bewundernswert, so Bürgermeister Dr. Holtwisch.
„Es liegt an uns, gegen das Vergessen zu handeln,“ begründete Sandra Lentfort ihren Entschluss, die Ausstellung im Vredener Rathaus zeigen zu lassen. „Wir“ und „die da“ solle es nach ihren Wünschen nicht mehr geben.
Matthias M. Ester hatte im Auftrag der Villa ten Hompel in Münster die Wanderausstellung realisiert und stellte sie vor. Die erste Fassung der Ausstellung sei in französischer Sprache erstellt worden und in Orléans, Münsters Partnerstadt, im Jahr 2010 vorgestellt worden. Die deutschsprachige Fassung wurde bereits in 8 Städten ausgestellt und eine niederländische Fassung sei geplant, berichtete Matthias Ester.
Der Geschichtsort Villa ten Hompel böte Raum für die Auseinandersetzung mit historischen und aktuellen Themen. Dieser Ort sei im Nationalsozialismus Sitz der Ordnungspolizei und im Nachkriegsdeutschland Sitz des Dezernates für Wiedergutmachung gewesen.
Die Ausstellung mache auf Menschen aufmerksam, die „kleineren Widerstand“ gegen das nationalsozialistische Regime im Alltag leisteten. Neben bisher bekannten Symbolfiguren, wie Bischof Graf von Galen oder Sophie Scholl würde eine Vielzahl kaum beachteter widerständiger Biographien vorgestellt. Es gehe um die kleinen Widerstände, um kleine Gesten im Alltag in der Schule und Nachbarschaft, Proteste in der Politik und in kirchlichen Gemeinden, Hilfeleistungen gegenüber Verfolgten, aber auch ungehorsamen Soldaten.
16 biographische Skizzen werden in der Ausstellung vorgestellt, Vikar Johannes Klumpe aus Stadtlohn, der Vredener Oberschullehrer Theodor Böcker, ein Schüler, eine Medizinstudentin, ein Soldat, ........

Eine selbstverständliche Menschlichkeit, persönliche Zivilcourage und Empathie waren damals und auch heute noch wichtig für das Miteinander beendete Matthias M. Ester seine Ausführungen.
