Eine Grenzregion im Wechsel der Geschichte

108 Kilometer lang ist die Grenze des Kreises Borken von Anholt bis nach Gronau, berichtete Dr. Terhalle. Die Grenze habe aber lange Zeiten keine Rolle gespielt. In der Hansezeit habe die Grenzregion der Provinzen Geldern, Overijssel und des Fürstbistums Münster eine zentrale Lage gehabt. Mit den kleineren Flüssen, die zur Ijssel führten, sei diese Region ein „Tor zur Welt“ gewesen.
Nach dem 80-jährigen Krieg wurden die Niederlande eigenständig und das habe sich an einer Relgionsgrenze bemerkbar gemacht, jedoch nicht an einer Handelsgrenze. Mit der Kontinentalsperre wurden erstmals die Grenzen bewacht und Zölle erhoben. Nach dem preußischen Zollgesetz von 1818 war es nun nur noch erlaubt an bestimmten Stellen die Grenzen zu überschreiten. Grenzaufseher bewachten die Grenzen und dadurch kam auch der Schmuggel auf.
Anschließend berichtete Dr. Terhalle über die Grenze während der Kriegs- und Nachkriegszeit, die geplanten Grenzbegradigungen und die schrittweise Öffnung der Grenzen.

Guido Leeck stellte das zum Vortrag passende Buch von Dr. Terhalle „Zur Geschichte der westfälisch-niederländischen Grenze“, Bd. 75 der Beiträge des Heimatvereins zur Landes- und Volkskunde vor. Dieser Band ist beim Hamaland-Museum und der örtlichen Buchhandlung erhältlich.

Dieser Abend wurde im Rahmen der seit 1997 gemeinsam veranstalteten Vortragsreihe über die Geschichte der Niederländer und der Deutschen des Heimat- und Altertumsverein der Vredener Lande e.V. und des Ausschusses für deutsch-niederländische Zusammenarbeit organisiert.

Barbara Ernst, die Vorsitzende des Ausschusses für deutsch-niederländische Zusammenarbeit und Guido Leeck, Vorsitzender des Heimat- und Altertumsvereins der Vredener Lande e.V. bedankten sich bei Dr. Terhalle für den interessanten Vortrag.
Im Hintergrund befindet sich das von Dieter Schwager gemalte Bild vom Grenzstein Nr. 1, der in Wennewick zu finden ist.