Die Geschichte des Webens in Vreden

Im Mittelalter bildeten die Weber zur Vertretung Ihrer Interessen Gilden, in Borken bereits 1346, in Vreden erstmals am 10. Oktober 1507. Das Handwerk selbst bestand wohl schon lange vorher. In der Vredener Gilderolle waren dann um 1715  115 Meister und 1812 gar 200 Leinenweber vereinigt.

Nach der Aufhebung der Gilden durch Napoleon (1812) besorgten Verleger das Textilgeschäft. Die Verleger kauften die Garne und verkauften die fertigen Gewebe. Die Gewebe ließen sie gegen Lohn von Hauswebern herstellen. 1830/ 1840 beschäftigten die Verleger Terkuile & Petersohn 376 Weber und H. Terhalle 236 Hausweber. Im November 1845 sollen es über 1.000 Weber gewesen sein.
Mit dem Vredener Stadtbrand von 1857 ging dieses Geschäft zu Ende.

Die Textilindustrie kam, als 1876  H. und J. Huesker & Co aus Gescher an der Ottensteiner Straße eine mechanische (d.h. durch eine Dampfmaschine angetriebene) Weberei eröffnete. 1910 folgte Cohausz und Botschen an der Altstätter Straße und 1911 Hecking und Büning am Standort Up de Hacke. 1914 beschäftigten alle zusammen 450 Mitarbeiter, das waren 70 % aller Beschäftigten in Betrieben mit mehr als 10 Leuten.

Einen Aufschwung gab es nach dem 2. Weltkrieg. 1959 hatten die Firmen H. und J. Huesker und Carl Hecking Vreden, CHV (diese hatte 1956 die Firma Cohausz inzwischen übernommen) zusammen 891 Mitarbeiter oder 65 % aller Industriebeschäftigten in Vreden auf ihren Lohnlisten. Im Jahre 1962 waren es mit 1.065 Mitarbeitern aber nur noch 57% und 1976 mit 702 gar nur 30 % aller Industriebeschäftigten. Um 1990/ 95 klapperten die letzten Webstühle in Vreden. Die Produktion in Deutschland war unwirtschaftlich geworden