Torwächter am Windmühlentor

Der dritte Torwächter wurde fertiggestellt.
Nach den Vorgaben des Heimat- und Altertumsvereins ist jetzt auch der dritte Pfeiler am Windmühlentor fertiggestellt worden, nachdem dort sowie in der Königstraße die Neupflasterung und der Neubau eines Wohn- und Geschäftshaus abgeschlossen wurden.
Der neue Torwächter am Windmühlentor markiert den einstigen Verlauf der mittelalterlichen Stadtbefestigung, die zusammen mit dem Stadttor nach der Zerstörung der sogenannten Altstadt (1324) angelegt wurde.
Im Zuge der Kanal- und Straßenbauarbeiten in der westlichen Innenstadt wurden die erwarteten Fundamente des Windmühlentors aus dem Mittelalter freigelegt. Diese wurden durch die LWL-Archäologie für Westfalen wissenschaftlich untersucht und dokumentiert.
Auch bei dem dritten Torwächter war der Heimat- und Altertumsverein der Vredener Lande e.V. der Maßnahmenträger, der durch Zuwendungen der Sparkassenstiftung Vreden zusammen mit der Stadt Vreden, der Baufuchs Plewa GmbH, der B&D-Bau GmbH sowie dem Steinmetzbetrieb Meyerink das Projekt realisieren konnte.
Mit der hessischen Besatzung im Dreißigjährigen Krieg musste 1641 die Vredener Stadtbefestigung bis auf den inneren Stadtgraben und die Stadttore zurückgebaut werden. Das Windmühlentor wurde noch 1806 zu einem Gefängnis umgebaut und schließlich 1855 abgerissen. Der Stadtgraben wurde um 1970 zugeschüttet. Vor rund zehn Jahren wurde im Rahmen des Innenstadtprozesses der Stadt Vreden in der Arbeitsgruppe "Innenstadt – Erleben" unter anderem die Idee geboren, das Stadtbild als Geschichtsort anschaulicher erlebbar zu machen. Eine der Ideen bestand darin, die früheren Standorte der Vredener Stadttore im mittelalterlichen Straßengefüge zu markieren. Hierzu hat der Heimat- und Altertumsverein der Vredener Lande e.V. den "Vredener Torwächter" entworfen, der als Pfeiler die jeweilige Stelle der Stadtbefestigung markieren soll.
Bereits 2013 ist jeweils am Wassermühlentor und am Wüllener Tor ein solcher Torwächter aus Mauerwerk mit Sandstein errichtet worden. Die Form der gemauerten Pfeiler ist immer identisch, jedoch wurden die Sandsteinblöcke verschiedenartig eingebaut, sodass jeder Torwächter ein eigenes Aussehen besitzt. An jedem Torwächter wurden die schon seit den 1980er Jahren vorhandenen Bronzetafeln mit den geschichtlichen Erläuterungen zum Stadtgrabenverlauf befestigt.