Aufruf zur Teilnahme an der Infoveranstaltung zum Thema Notarzt am 26. November

Die Neuordnung des Notarzt-Systems und die zukünftige notärztliche Versorgung der Vredener Bevölkerung waren Thema im Haupt-, Wirtschafts- und Finanzausschuss.
 
Das Klinikum Westmünsterland hat den Vertrag zur Notarzt-Gestellung durch das Krankenhaus Vreden mit Wirkung zum 31.12.2019 gekündigt, weil es nicht mehr genügend Notärzte für diesen Dienst gebe. Künftig soll der Notarzt nicht mehr vom Krankenhaus Vreden, sondern von den Krankenhäusern Ahaus und Stadtlohn gestellt werden.
Dies hat in Vreden zu vielen kritischen Diskussionen geführt. Um Politik und Verwaltung und auch interessierte Vredenerinnen und Vredener zu informieren, waren Vertreter des Kreises Borken und des Klinikums Westmünsterland zur Sitzung des Ausschusses auf Antrag der SPD-Fraktion eingeladen worden. Dr. Elisabeth Schwenzow, Vorstandsmitglied des Kreises Borken, Heribert Volmering, Fachbereichsleiter Sicherheit und Ordnung des Kreises Borken, Dr. Peter Wagner, ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes im Kreis Borken sowie Ludger Hellmann und Holger Winter vom Klinikverbund Westmünsterland stellten sich nach Darstellung der derzeitigen Situation den Fragen der Ausschussmitglieder.
 
Ludger Hellmann, Sprecher der Geschäftsführung der Klinikum Westmünsterland GmbH, machte den Ärztemangel für die von Klinik-Seite nicht gern vorgenommene Änderung verantwortlich, in den letzten Jahren habe es zunehmend Probleme gegeben, die Dienstpläne zu füllen.
 
Auf Antrag der SPD-Fraktion wurde der in Vreden niedergelassenen Ärztin Mechthild Windmeier das Wort erteilt. Sie sei von mehreren Ärzten angesprochen worden, die bereit seien, den Notarztdienst zu übernehmen. Ihrer Einschätzung nach könnten dadurch etwa 80 % der Zeiten abgedeckt werden. Sie befürchte einen Qualitätsverlust in der Versorgung der Notfallopfer und nannte einige Beispiele.

Dr. Peter Wagner nahm dazu Stellung. Die Notfallsanitäter und die Rettungsassistenten mit ihrer Berufserfahrung einschließlich der Weiterbildung und abgeschlossenen Prüfung dürften sogenannte erweiterte Maßnahmen durchführen. Da der Rettungswagen nicht erst den Notarzt abholen müsse, kämen künftig kürzere Anfahrzeiten den Patienten zugute. Ein Notarzt aus Ahaus oder Stadtlohn würde mit eigenem Notarztauto kommen. Im Durchschnitt habe der Notarzt aus Stadtlohn 10 ½ Minuten von der Alarmierung bis zum Einsatzort in Vreden gebraucht, ein Notarzt aus Ahaus 11,30 Minuten. Zudem suche er bereits länger nach Ärzten, die als Notärzte tätig werden möchten, so Wagner.
 
Dr. Elisabeth Schwenzow, Vorstandsmitglied des Kreises Borken, teilte mit, dass der Kreis als Träger des Rettungsdienstes im Juni die Vertragskündigung erhalten habe. Auf Wunsch des Klinikums Westmünsterland sei dies zunächst nur in nichtöffentlicher Sitzung erläutert worden, da noch nicht alle Betroffenen informiert worden seien. Die Vredener Bevölkerung sei in den letzten Jahren mit der notärztlichen Versorgung sehr gut aufgestellt gewesen. Daher sei die Gewissheit, dass auch zukünftig ein 24 Stunden Betrieb mit höher qualifiziertem RTW-Personal, die Notfallversorgung garantiere, eventuell nur geringer Trost. "Wir werden alle Möglichkeiten prüfen", so Dr. Schwenzow, der Kreis Borken werde Kontakt zu den von Mechtild Windmeier genannten Ärzten aufnehmen. Sie hätten auch die Inanspruchnahme von Notarztagenturen geprüft, die Krankenkassen würden diese Alternative aber nicht mittragen. Von den Kassen sei ein deutliches Signal gekommen, dass der nördliche Kreis Borken notfallärztlich gut versorgt sei. Der Kreis sei für die Aufstellung des Rettungsdienstbedarfsplans zuständig, so Dr. Schwenzow, dies sei eine politische Entscheidung. Die Kassen müssten aber ihr Einvernehmen dazu erteilen. Daher hoffe man, dass die zur Informationsveranstaltung am 26. November eingeladenen Kassenvertreter kämen.

Auf der Internetseite des Kreises Borken seien zahlreiche Informationen veröffentlicht. So könne man der Tabelle zur Notarztgestellung entnehmen, dass für den Bereich Bocholt ein Notarzt für 101.000 Menschen zuständig sei, für den Bereich Borken für knapp 90.000 Menschen. Die Zahlen für Ahaus (knapp 60.000) Stadtlohn (46.000) und Vreden (zwischen 22. und 23.000) lägen weit darunter.
 
Abschließend wies Bürgermeister Dr. Holtwisch noch einmal auf die am 26. November um 19.00 Uhr beginnende öffentliche Informationsveranstaltung im Theater- und Konzertsaal im Gymnasium Georgianum hin. "Jeder hat die Möglichkeit sich zu informieren und sich einzubringen."