„Grün statt grau“ – Gewerbegebiete im Wandel

Ausschuss wurde über den aktuellen Stand des Projektes informiert. Unternehmen können sich noch für Fachberatungen und Dach-, Fassadenbegrünungen melden.
Die Mitglieder des Bau-, Planungs- und Umweltausschusses haben in der letzten Sitzung auf Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen einen ausführlichen Bericht über den aktuellen Stand des Projektes "Grün statt Grau" und die Förderung von Dach- und / oder Fassadenbegrünung erhalten.
Die Stadt Vreden ist seit zwei Jahren Verbundpartner in dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Projekt "Grün statt grau" – Gewerbegebiete im Wandel. Zusammen mit elf weiteren Kommunen, der Technischen Universität Darmstadt, der Universität Osnabrück und dem Global Nature Fund wurden unter der Leitung des Wissenschaftsladen Bonn e. V. Wege ausgelotet, wie man zukünftig Potentiale der nachhaltigen Stadtentwicklung auch in Gewerbe- und Industriegebieten nutzen kann.
Durch das Förderprogramm Vital.NRW des Landes, mit dem die Stadt Vreden Fachberatungen eines Landschaftsarchitekturbüros vermitteln kann, wurde der Fokus hier in Vreden auf die Beratung zur naturnahen Gestaltung von Firmengeländen gelegt. Dieses Angebot einer fast vollständig geförderten Fachberatung im Wert von 1.500 Euro war ein "Türöffner" für den Kontakt zu Unternehmen. Insgesamt wurden bis zum jetzigen Zeitpunkt 21 Fachberatungen an Unternehmen vermittelt. Es können noch weitere Fachberatungen an interessierte Unternehmen vermittelt werden. Kontakt: Dr. Julia Gottwald, Tel: 02564-303-177, julia.gottwald@vreden.de .
Um ihrer Vorbildfunktion nachzukommen, hat auch die Stadt selber ökologische Maßnahmen im Industriegebiet durchgeführt. In Zusammenarbeit mit dem Förderverein Kulturlandschaft und dem NABU Vreden wurden 20 Nistkästen im Gebiet aufgehängt. Auf einer Fläche von etwa 1800 m² wurden mehrere Blühstreifen und eine kleine Blühwiese vom Bauhof angelegt. An einer der Zufahrten ins Industriegebiet ist zusätzlich eine Trockenmauer angelegt worden. Am Beurserbach hat die Stadt mit freundlicher Unterstützung eines dort ansässigen Unternehmens ein großes Insektenhotel auf dessen Grundstück aufgestellt. Das Ständerwerk des Insektenhotels wurde von dem Vredener Verein "Mit Hand und Herz" gebaut. Die Füllung ist in Zusammenarbeit mit dem Förderverein Kulturlandschaft Vreden gestaltet worden. Sowohl Trockenmauer als auch Insektenhotel sind mit Informationstafeln ausgestattet, die zum Nachahmen anregen sollen.
Im Sommer 2020 wurden im Rahmen von "Grün statt grau" Thermographiebilder aus einem Flugzeug gemacht, um die Hitzeentwicklung im IG Gaxel sichtbar zu machen. Hier zeigte sich, dass versiegelte Flächen bis zu 10° C höher temperiert waren als unversiegelte Flächen, was bestimmte Bereiche im Sommer zu Hitzeinseln werden lässt. Auch die Hitzespeicherung bis hin zum nächsten Morgen wurde veranschaulicht und zeigte, welche Flächen sich über Nacht kaum abkühlten.
Eine Lösung des Problems können Dach- und Fassadenbegrünungen sein, die auch dort realisierbar sind, wo wenig Platz für "Grün" ist. In zwei, von der Stadt Vreden veranstalteten, Vorträgen von Prof. Dr. Pfoser der Hochschule Nürtingen wurden interessierte Unternehmer über Möglichkeiten der Gebäudebegrünung informiert. Um diese Art der Begrünung finanziell zu unterstützen, hat die Stadt Vreden einen Förderantrag für das Programm "Klimaresilienz in Kommunen" des Landes Nordrhein-Westfalen gestellt, dessen Bewilligung es möglich macht, Vredener Unternehmen eine Dach- und / oder Fassadenbegrünung mit bis zu 50 % der Kosten zu fördern. Insgesamt stehen 300.000 Euro zur Weitergabe an Unternehmen zur Verfügung. Die Beantragung der Fördergelder ist noch möglich! Voraussetzungen sind, dass mit den Maßnahmen noch nicht begonnen wurden, sie aber bis ca. April nächsten Jahres abgeschlossen werden.
Obgleich der Fokus auf der naturnahen Gestaltung der Firmengelände lag, war die klimafreundliche Mobilität immer ein zusätzliches Thema in den persönlichen Gesprächen mit den Firmeneigentümern und wurde von vielen Unternehmen mit Job-Fahrrädern, Fahrradunterständen und betriebseigenen Elektroautos bereits vorbildlich gehandhabt. Auch das Thema Energie ist stets angesprochen worden, mit dem Ziel Kontakte zum Ökoprofit-Programm herzustellen.