Förderverein Kulturlandschaft e.V. gibt den Startschuss für das Projekt „Renaturierung der Wegerandstreifen im Bereich der Stadt Vreden“.

Der Förderverein Kulturlandschaft e.V. möchte die Öffentlichkeit über seine verschiedenen Projekte informieren und dadurch das Interesse für Natur und Umwelt wecken.

„Es ist 5 nach 12“, mit diesen Worten beginnt Josef Levering, erster Vorsitzender des sich noch in der Gründungsphase befindenden Vereins seine Ausführungen. Der Verlust der biologischen Vielfalt und der Klimawandel würden in Zukunft gemäß Aussage der Bundesregierung eine der großen Herausforderungen an unsere Gesellschaft darstellen. Das Ziel, bis zum Jahre 2010 den Verlust der biologischen Vielfalt zu stoppen und eine Umkehr einzuleiten, sei nicht erreicht worden, dies betreffe in Deutschland insbesondere die Arten in den Agrarlandschaften.
Auch in Vreden schreite der Verlust der biologischen Artenvielfalt trotz aller bisherigen guten Bemühungen rasch voran. Besonders besorgniserregend sei, so Levering, das auch schon die sogenannten Allerweltsarten, wie zum Beispiel die Wiesenmargerite, stark bedroht seien.

Ziel und Zweck des im letzten Jahr gegründeten Fördervereins Kulturlandschaft e.V. ist die Förderung und Erhaltung der natürlichen Artenvielfalt und Lebensräume der Kulturlandschaft im Bereich der Stadt Vreden. Bereits im Jahr 2013 hatte ein vereinsübergreifender Arbeitskreis begonnen, zusammen mit der Stadt Vreden und unterstützt von der Unteren Landschaftsbehörde sowie der Biologischen Station, eine Datenbank zu erstellen, mit der die Randstreifen städtischer Wirtschaftswege erfasst worden sind.

Neben dem Wegerandstreifenprojekt hat der Verein bereits mehrere kleinere Projekte wie z.B. das Streuobstwiesenprojekt umgesetzt. Die Vereinsmitglieder werden zukünftig in loser Reihenfolge über ihre Aktivitäten berichten und möchten dadurch alle Bevölkerungsgruppen für Natur und Umwelt begeistern, sensibilisieren und auch einbeziehen. Sie wiesen auch darauf hin, dass die Müllentsorgung, besonders auch die Entsorgung von Gartenabfällen, zu größeren Problemen für die heimische Pflanzenwelt führt.

Im Förderverein Kulturlandschaft e.V. arbeiten 8 Organisationen und Vereine zusammen. „Wir lernen viel voneinander“, darüber waren sich alle einig. Interessenskonflikte gäbe es immer wieder, aber miteinander würden Lösungen erarbeitet und Probleme gemeinsam angegangen. Dies sei auf örtlicher Basis, wo man sich kenne, einfacher als auf Landes- oder Bundesebene.

Die Wegerandstreifen sind neben den besonders ausgewiesenen Gebieten wie zum Beispiel den Naturschutzgebieten die letzten freien Flächen, die nicht intensiv genutzt werden. Es sind keine land- oder forstwirtschaftlichen Flächen und sie sind im Eigentum der Stadt Vreden.

Für die lokal wachsenden sogenannten gebietsgebürtigen Pflanzen benötigt man nährstoffarme Böden. Je nährstoffärmer, desto wertvoller sind die Flächen für die Blühstreifen, die den heimischen Arten Raum geben sollen. Nicht nur für die heimische Fauna und Flora sind die Wegerandstreifen von Nutzen, sondern auch für die Bevölkerung, die sich an der bunten Artenvielfalt erfreuen kann. Finanziert wird die Arbeit des Vereins durch Spenden und Zuschüsse der Stadt Vreden. Es werden aber auch Sponsoren gesucht und Patenschaften vermittelt, zudem läuft die Bewerbung als Leader Projekt.

Die Maßnahmen werden von den  Mitgliedern des Förderverein umgesetzt, das Einsähen und die Pflege der Wegerandstreifen ist ihre Aufgabe.
Wobei die Pflegemaßnahmen in den ersten Jahren am aufwendigsten sind, denn bei den ausgesäten gebietsheimischen Pflanzen handelt es sich um eine spezielle mehrjährige Artenzusammensetzung. „Wildpflanzen keimen später“, berichtet Josef Levering, aber dafür handele es sich bei der Renaturierung der Wegerandstreifen um Maßnahmen die den kommenden Generationen zu Gute kommen könnten.

 

Foto v.l. Sebastian Epping, Landwirtschaftlicher Ortsverband Ammeloe-Wennewick, Martin Hoffschlag, Kassierer und Vertreter der Nebenerwerbslandwirte, Christine Grünewald-Tentrup, Fachabteilungsleiterin Recht und Umwelt der Stadt Vreden, Titus Degener, Hegeringsleiter, Josef Levering, Vorsitzender des Fördervereins, Bürgermeister Dr. Christoph Holtwisch, Erster Beigeordneter Bernd Kemper, Hans Terwort, NABU Vreden.

Josef Levering überreichte Bürgermeister Dr. Holtwisch das neu erarbeitete Leitbild, welches als Grundlage für optimal ausgebildete, krautige Wegraine im Bereich der Stadt Vreden sorgen soll.