Verbund-Projekt setzt Trend für nachhaltige Gewerbegebiete

"Grün statt Grau – Gewerbegebiete im Wandel" ist jetzt Projekt Nachhaltigkeit 2020 – Vreden ist mit dem Industriegebiet Gaxel Teil des Netzwerkes. 
Für ihr Engagement bei der Gestaltung nachhaltiger Gewerbegebiete verleiht der "Rat für Nachhaltige Entwicklung" den Projektpartnern von "Grün statt Grau – Gewerbegebiete im Wandel" die Auszeichnung "Projekt Nachhaltigkeit 2020". Das vom Bildungs- und Forschungsministerium des Bundes (BMBF) geförderte Projekt mit 14 Partnern aus Kommunen, Universitäten und Zivilgesellschaft unter Leitung des Wissenschaftsladen (WILA) Bonn überzeugte die Fachjury in der Kategorie "kreative Kooperationen". Vreden konzentriert sich derzeit auf die naturnahe Gestaltung von Firmengeländen und setzt auch auf städtischen Flächen ökologische Maßnahmen um.
Klimawandel, Flächenkonkurrenz, Verlust biologischer Vielfalt: Die Kommunen in Deutschland sehen sich aktuell vielen Prozessen ausgesetzt, die eine immer stärkere Dynamik entfalten. Städte, Gemeinden und Landkreise sind hier gefordert, zukunftsgerechte Lösungen zu finden, die verschiedene Interessen und Herangehensweisen integrieren.
Die Stadtverwaltung Vreden hat sich gemeinsam mit dreizehn Partnern aus Wissenschaft, Beratung und Bildung auf den Weg gemacht, genau das zu tun – im Rahmen des Projektes "Grün statt Grau – Gewerbegebiet im Wandel". Das Projekt erprobt Wege, wie Kommunalverwaltungen, Unternehmen, aber auch Vereine, Schulen und alle anderen Gruppen, die in Gewerbegebieten aktiv sind, diese Gebiete gemeinsam nachhaltig weiterentwickeln können – für mehr Aufenthaltsqualität, mehr Natur im Gebiet und für eine bessere Anpassung an die Folgen des Klimawandels wie Hitze und Starkregen.
Dafür hat die Stadt Vreden kompetente Partner: Bereits zehn Unternehmen haben sich durch ein Landschaftsarchitekturbüro aus Essen ein Konzept erstellen lassen, wie sie ihr Firmengelände naturnäher gestalten können. Diese Fachberatungen haben einen Wert von 1500 Euro – von den Unternehmen wird lediglich ein Eigenanteil von 250 Euro erhoben. Und auch dieser wird zurückerstattet, wenn man vorgeschlagene Maßnahmen umsetzt. Gefördert werden die Fachberatungen durch das Vital-NRW Programm der Landesregierung. Weitere zehn Fachberatungen werden von der Stadtverwaltung an interessierte Unternehmen noch vermittelt (Kontakt siehe unten). Auch auf städtischen Flächen in Gaxel wurden bereits Blühmischungen ausgesät, eine Trockenmauer errichtet und Nistkästen aufgehängt. Ein großes Insektenhotel wird derzeit vom Vredener Verein "Mit Hand und Herz" gebaut. Wichtiger Partner für diese Maßnahmen ist auch der Förderverein Kulturlandschaft Vreden.
Stabile Netzwerke verstetigen Umgestaltung
Gleichzeitig sollen Unternehmensnetzwerke gegründet werden und verwaltungsintern stärker vernetzt werden. Projektleiterin Dr. Anke Valentin vom WILA Bonn: "Uns geht es darum, Kommunen zu motivieren, die Begrünungspotenziale im urbanen Raum auszuschöpfen, aber eben auch die Strukturen dafür zu schaffen, dass der Umgestaltungsprozess nach Projektende weitergeht."
Auf der Projektwebseite (www.gewerbegebiete-im-wandel.de) ist deshalb eine große Rubrik mit Tipps für Unternehmen und Kommunen gewachsen, wie sie die Begrünung gemeinsam angehen und Mitstreiter finden und binden können. Das soll auch projektexternen Kommunen und Unternehmen die Möglichkeit geben, von den Erfahrungen zu profitieren und die Ergebnisse langfristig sichtbar machen.
372 Bewerbungen auf das Qualitätssiegel für Nachhaltigkeit 
Dass dieses Vorgehen funktioniert, findet auch der "Rat für Nachhaltige Entwicklung". Deshalb hat er "Grün statt Grau – Gewerbegebiete im Wandel" jetzt als Projekt Nachhaltigkeit 2020 ausgezeichnet. 372 Initiativen und Projekte haben sich in diesem Jahr in insgesamt vier Kategorien auf das Qualitätssiegel für Nachhaltigkeit beworben. Mehr als die Hälfte der Bewerbungen fiel dabei auf die Kategorie "kreative Kooperationen", in der jetzt "Grün statt Grau –Gewerbegebiete im Wandel" ausgezeichnet wird. Vierzig Initiativen und Projekte insgesamt können sich über eine Auszeichnung freuen. Die Gewinnerprojekte erhalten neben einer Förderung den Zugang zum bundesweiten RENN-Netzwerk und somit die Chance, sich mit anderen Projekten weiter auszutauschen und ihre Projekte sichtbarer zu machen.
Über das Projekt
"Grün statt Grau – Gewerbegebiete im Wandel" ist ein Verbundprojekt von Wissenschaftsladen (WILA) Bonn e. V. (Projektleitung), Universität Osnabrück, TU Darmstadt, Global Nature Fund sowie den Kommunen Bocholt, Iserlohn, Remscheid und Vreden. Des Weiteren beteiligt sind die Praxispartner Gronau, Lengerich, der Oberbergische Kreis mit Waldbröl, Wallenhorst, Marl und Frankfurt a. M.. Das Projekt läuft noch bis September 2021. Gefördert wird es durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen des Programms FONA.
Weiterführende Informationen
www.gewerbegebiete-im-wandel.de
https://www.projektnachhaltigkeit.renn-netzwerk.de/
Kontakt bei der Stadt Vreden:
Dr. Julia Gottwald
julia.gottwald@vreden.de
Tel.: 02564/303-177