Sonderausstellung „Krisensicher“ im kult Westmünsterland eröffnet Partizipatives Ausstellungsprojekt bis zum 30. Januar 2022 zu erleben

Begleitprogramm und Infos zu Führungen auf der Internetseite des kult verfügbar.

Im Jahr 2020 änderte sich das Leben weltweit schlagartig. Das Wort "Krise" war plötzlich in aller Munde. Krisen erleben alle Menschen im Laufe ihres Lebens, oft viele Male. Nicht immer sind es große, gesellschaftliche Katastrophen wie eine Pandemie oder ein Krieg, manchmal sind es auch ganz persönliche Erfahrungen wie der Verlust eines geliebten Menschen oder eines Arbeitsplatzes. Genau diese Vielfalt bildet die am gestrigen Donnerstag (16. September 2021) eröffnete Sonderausstellung "Krisensicher" im kult Westmünsterland in Vreden ab. Diese besondere mediale Präsentation ist das Ergebnis eines partizipativen Ausstellungsprojekts, bei dem Menschen aus dem gesamten Kreisgebiet in Interviews ihre persönlichen Erlebnisse und Geschichten zu Wort kommen. "Wir haben die Menschen in der Region in unterschiedlichen Aufrufen darum gebeten, uns an ihren Krisenerlebnissen teilhaben zu lassen. Das Feedback war wirklich beeindruckend", erklärte Corinna Endlich, Leiterin des kult, bei der Eröffnung. Die Ausstellung lebe nun von den Gesichtern der Menschen, die das kult-Team interviewt hat.

Alle Krisenerfahrungen haben eines gemeinsam: Es sind Erfahrungen des Kontrollverlustes und der Unsicherheit, verbunden mit Gefühlen der Angst und Sorge. Nicht alle Situationen lassen sich lösen, aber die Krisenerfahrung kann überwunden werden. Manchmal ist es auch hilfreich, andere Krisenerfahrungen zu sehen. Das partizipative Ausstellungprojekt "Krisensicher" macht genau die sichtbar. "Die Menschen haben uns sehr verschiedene Erlebnisse geschildert. Gerade diese Vielfalt zeigt deutlich, wie unterschiedlich und unvergleichbar, aber trotzdem ähnlich Krisenerfahrungen sind", konstatierte Endlich. Diese Geschichten sind das Herzstück der Ausstellung. In Videos und Hörstationen geben die Menschen Einblicke in ihr Privatleben und machen Mut, sich den Krisen zu stellen. Getreu dem Motto "Geteiltes Leid ist halbes Leid" sind die persönlichen Erfahrungen dargestellt und machen so für das Publikum erlebbar, wie viele große, aber auch wie viele kleine, persönliche Krisen die Menschen im Westmünsterland schon bewältigt haben. Das zeigt eindrucksvoll: Gemeinsam sind wir krisensicher!

Über die Ausstellung hinaus bietet das kult in einem bunten Begleitprogramm verschiedene Möglichkeiten zur "Begegnung" mit Krisen:  Am Donnerstag, 11. November, lädt das kult in die Pfarrkirche St. Georg in Vreden ein. Dort liest Margot Käßmann aus ihrem Buch "Nur Mut! Die Kraft der Besonnenheit in Zeiten der Krise". Auch zum Mitmachen ist etwas dabei: "Krisen sicher – Der Mutmacher-Workshop" richtet sich als digitales Präventionsangebot an Jugendliche und junge Erwachsene zum Thema seelische Gesundheit. Der Workshop kann jeweils donnerstags am 18. und 25. November von geschlossenen Gruppen gebucht werden. Mit dem Themenkino-Abend "Systemsprenger" wird am Dienstag, 30. November, um 18.30 Uhr gemeinsam mit der Regionalen Schulberatungsstelle und dem Fachbereich Jugend und Familie des Kreises Borken zunächst bei der Filmschau des preisgekrönten Dramas und anschließend in einem Fachgespräch das Thema der "Problemkinder" in den Blick genommen. In seinem Vortrag "Nimm’s sportlich, niemals aufgeben!" berichtet am Dienstag, 11. Januar 2022, der langjährige Fußballtrainer Huub Stevens in der Stadthalle Vennehof Borken über persönliche und sportliche Krisen. Am Freitag, 14., und Samstag, 15. Januar 2022, nimmt abschließend die Virtual-Reality-Erfahrung "Impression Depression" der Robert-Enke-Stiftung dann das Thema Depression in den Blick.

Die Ausstellung ist bis zum 30. Januar 2021 zu den regulären Öffnungszeiten des kult Westmünsterland, dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr, im kult in Vreden zu besichtigen. Darüber hinaus sind ab sofort auch Führungen durch die Präsentation buchbar. Weitere Informationen zur Ausstellung, zum Begleitprogramm und zu den jeweiligen Anmeldemodalitäten gibt es auf der Internetseite des kult www.kult-westmuensterland.de.