Corona-Virus: Worauf Senioren achten sollten

Das neuartige Coronavirus mit dem Namen 2019-nCoV oder COVID-19, ist erst seit Ende Dezember bekannt. Vermutlich sprang das Virus in der chinesischen Provinz Hubei auf einen Menschen über, von dort verbreitete es sich per Tröpfcheninfektion über den Globus. Aktuell sind mehr als 110.000 Menschen weltweit erkrankt, in Deutschland wurden schon 1139 Patienten positiv auf COVID-19 getestet (Stand 09.03.2020). Hier veröffentlicht das Robert-Koch-Institut laufend Informationen über den aktuellen Stand. Obwohl noch nicht alles über das Virus bekannt ist, zeigt sich doch: Die meisten Erkrankten sind über 30 Jahre alt, Kinder bleiben weitestgehend verschont. Für mehr als 80 Prozent der Infizierten ist die Krankheit nach gegenwärtigem Kenntnisstand nicht gefährlich. Sie spüren Erkältungssymptome wie Halsschmerzen und Fieber. Die Statistik zeigt aber auch: Für über 60-Jährige wird die Krankheit zunehmend gefährlicher: Bei den über 80-jährigen Erkrankten liegt laut Zahlen aus China das Risiko für Todesfälle durch das Corona-Virus am höchsten, berichtet das Robert Koch Institut. Dr. Andreas Leischker, Impfexperte der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG) sowie Chefarzt der Klinik für Geriatrie des Alexianer-Krankenhauses Krefeld und Professor Michael Pfeifer, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e.V. (DGP), haben die wichtigsten Fragen beantwortet: Warum ist das Corona Virus für ältere Menschen so gefährlich? Ältere Menschen sind allein aufgrund ihres Alters stärker gefährdet als junge Menschen. Schon ab einem Alter von 50 Jahren arbeiten die Abwehrkräfte nicht mehr so gut. Kommen Vorerkrankungen hinzu, fällt es dem Körper noch schwerer, das Virus zu bekämpfen. Das Coronavirus greift die Atemwege an und löst bei einem schweren Verlauf eine Lungenentzündung aus. Für Senioren und Seniorinnen kann das tödlich enden. Welche Vorerkrankungen sind problematisch? Besonders gefährdet ist, wer zum Beispiel nach einer Organtransplantation Medikamente nehmen muss, die eine Abstoßung verhindern – denn diese schwächen das Abwehrsystem. Auch Menschen mit schweren chronischen Krankheiten, etwa der Lungenkrankheit COPD, einem schlecht eingestellten Diabetes oder einer Nierenschwäche, sind besonders gefährdet. Corona: Wie sollen sich Senioren und Seniorinnen jetzt verhalten? Das wichtigste ist die Hygiene: Waschen Sie regelmäßig mindestens 30 Sekunden lang die Hände und seifen Sie auch Daumen, Fingerzwischenräume und Nägel gut ein. Tauschen Sie benutze Taschentücher sofort aus und fassen Sie sich so wenig wie möglich ins Gesicht. Auf Türklinken, Einkaufswägen oder an Haltestangen im Bus finden sich besonders viele Viren und Bakterien – waschen Sie sich gründlich die Hände, wenn Sie draußen waren. Größere Menschenansammlungen wie in Konzerten oder auf dem Wochenmarkt sollten Sie meiden. Prinzipiell sollten Sie zur Zeit Abstand zu anderen Menschen einhalten: mindestens 1,5 bis 2 Meter. Das gilt auch, wenn Sie Besuch von Freunden oder Verwandten bekommen. Das Virus kann schon ansteckend sein, bevor die Krankheit ausbricht. Und während es Ihrem Enkel vielleicht nichts anhat, sollten Sie lieber auf Nummer sicher gehen und ihn erst beim nächsten Mal wieder drücken. Gruppenreisen sollten Sie verschieben oder ganz absagen. Gerade Kreuzfahrtschiffe wirken oft wie ein Brandbeschleuniger – es reicht ein Infizierter, um einen Großteil der Reisenden anzustecken. Wer alleine oder mit Partner in eine der bisher nicht betroffenen Regionen fahren wollte, dort vielleicht sogar mit dem Auto hinfährt, muss sich keine Sorgen machen. Dann ist die Gefahr der Infektion nicht größer als zuhause.Wie können Sie noch vorbeugen? Das Corona-Virus legt sich ähnlich wie eine Erkältung auf die Rachenräume und die Lunge. Was also im Kampf gegen eine Erkältung hilft, kann auch gegen Corona unterstützen: Regelmäßig lüften und die Schleimhäute feucht halten. Wann und wie kann man sich testen lassen? Wer bei sich oder bei seinem Partner Symptome bemerkt, sollte nicht zu seinem Hausarzt gehen, sondern in der Praxis anrufen und besprechen, ob ein Test sinnvoll ist, ob er in die Praxis kommen sollte oder ob der Arzt eventuell einen Hausbesuch macht. Typische Symptome sind: trockener Husten, Fieber und Atemnot. Sie können auch den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter der Telefonnummer 116 117 anrufen – allerdings waren die Leitungen in den vergangenen Tagen meist überlastet. Jetzt noch gegen Pneumokokken, Grippe und Keuchhusten impfen – bringt das was? Wenn Sie gesund sind: Ja – wer geimpft ist, ist besser vor schweren Atemwegserkrankungen geschützt. Die Ständige Impfkomission der Bundesregierung (STIKO) empfiehlt Menschen ab 60 diese Impfungen ganz generell.