Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen

Zur Lesung "Lauf weg – wenn du kannst" kamen 30 Frauen ins kult.
Anlässlich des Tages gegen Gewalt an Frauen veranstaltete die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Vreden in Kooperation mit der VhS Ahaus und dem SkF Vreden eine Lesung im kult. 30 Frauen kamen an diesem Abend zu diesem sehr sensiblen wie auch wichtigen Thema zusammen.
Die Autorin Cornelia Koepsell hat selbst als junge Frau in einer Gewaltbeziehung gelebt und erst jetzt das dort Erlebte in einem Roman aufgeschrieben und auch ein Stück weit verarbeitet. In einem offenen Dialog haben viele der Frauen das Gespräch zu Gründen und Wege raus aus einer gewalttätigen Beziehung gesucht. Welche Rolle spielt die Gesellschaft, die Generation und auch Religion in der jemand aufgewachsen ist? Wie viele Anläufe braucht eine Frau bis sie es schafft zu gehen? Welche Rolle spielen Kinder in einer Gewaltbeziehung und wie lange kann der Körper einer Frau physisch wie psychisch Gewalt überhaupt aushalten?
Diese und viele weitere Fragen zu Frauen in Gewaltbeziehungen und die Situation von Frauen im Frauenhaus wurden durch Silke Hempen, Leiterin des Frauenhauses in Bocholt, beantwortet.
2018 wurden laut der BKA (Bundeskriminalamt)-Statistik insgesamt 140.755 Personen Opfer versuchter und vollendeter Gewalt. Dazu gehören Mord und Totschlag, Körperverletzungen, Vergewaltigung, sexuelle Nötigung, sexuelle Übergriffe, Bedrohung, Stalking, Nötigung, Freiheitsberaubung, Zuhälterei und Zwangsprostitution. 81,3% der Opfer sind Frauen, 18,7% Männer.
Bei Vergewaltigung, sexuellen Übergriffen und sexueller Nötigung in Partnerschaften sind die Opfer zu 98,4% weiblich.
Die Statistik beinhaltet noch weitere alarmierende Zahlen: 122 Frauen wurden 2018 durch Partnerschaftsgewalt getötet. Das bedeutet: an jedem dritten Tag!
"Wenn wir diese Zahlen betrachten und uns mit den Auswirkungen beschäftigen, sollten wir eigentlich jede Woche auf dieses Thema aufmerksam machen! Gewalt gegen Frauen geht uns alle an, sie kommt in allen sozialen Schichten und Altersgruppen vor. Die Zahlen sind schockierend! Dadurch wird klar, dass wir alle in unserem direkten Umfeld Frauen kennen, die betroffen sind: Es kann die Freundin sein, die Kollegin, die Nachbarin oder die eigene Schwester" so Christine Ameling, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Vreden.