
Eröffnung der Sonderausstellung – Eintritt frei
Auch ohne handfeste Beweise lässt sich getrost behaupten: Gespielt wurde schon immer. Da bis heute Tiere wie Menschen spielerisch die Welt begreifen lernen und durch das Spiel kognitive, körperliche sowie soziale Fähigkeiten entwickeln, kann man wohl davon ausgehen, dass sich schon die Saurier den Planeten spielend erschlossen haben.
Die ersten greifbaren Zeugnisse des menschlichen Spieltriebs finden sich ab dem 4. Jahrtausend vor Christus. Das bisher älteste Brettspiel der Welt fanden Archäologen in einem ägyptischen Grab aus der Zeit um 3200 vor Christus. Das Spielprinzip von „Senet“, auf deutsch „vorbeigehen“, wurde später von Griechen und Römern übernommen und wandelte sich im Laufe der Zeit zum heutigen Backgammon. Die ältesten bekannten Würfel stammen aus China, Mesopotamien und Ägypten, alle aus der Zeit etwa um 3000 vor Christus.
In einem 1938/39 veröffentlichten Buch ging der niederländische Kulturhistoriker Johan Huizinga gar soweit, ein neues anthropologisches Erklärungsmodell vorzustellen: Den „Homo ludens“, in Abgrenzung zum „Homo faber“. Politik, Wissenschaft, Religion, Recht – alles hat sich laut Huizinga aus spielerischen Verhaltensweisen entwickelt und erst im Laufe der Zeit durch Ritualisierungen institutionell verfestigt. Mit anderen Worten: Die Wurzeln unserer Kultur liegen im Spiel.
Grund genug, dem Thema eine Ausstellung zu widmen. Insbesondere zumal man inzwischen weiß, dass wir in allen Lebensphasen vom Spielen profitieren können, im hohen Alter genauso wie in der frühesten Kindheit.
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