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Wärmewende in Vreden – die kommunale Wärmeplanung

Aktueller Stand (Sommer 2026)

Die Stadt Vreden hat bereits begonnen, eine langfristig sichere, klimafreundliche und wirtschaftliche Wärmeversorgung zu entwickeln. Die kommunale Wärmeplanung für Vreden befindet sich derzeit in der Bearbeitung.

Eine abgeschlossene Bestands- und Potentialanalyse liegen bereits vor. Als nächste Schritte werden Zielszenarien und eine Wärmewendestrategie entwickelt.

Bis Ende des Jahres 2026 soll ein finaler Wärmeplan vorliegen. Die Ergebnisse werden nach Abschluss hier veröffentlicht.

Wärmenetz_ENWELO
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Biogasanlage_ENWELO
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Was ist kommunale Wärmeplanung?

Die kommunale Wärmeplanung ist ein strategischer Planungsprozess, mit dem Städte und Gemeinden untersuchen, wie die Wärmeversorgung vor Ort langfristig klimaneutral, nachhaltig und bezahlbar gestaltet werden kann.

Durch das Wärmeplanungsgesetz (WPG) ist die kommunale Wärmeplanung seit Anfang 2024 für viele Kommunen in Deutschland verpflichtend. Als Kommune mit weniger als 100.000 Einwohnerinnen und Einwohnern muss die Stadt Vreden ihre kommunale Wärmeplanung bis zum 30. Juni 2028 abschließen.
Um frühzeitig die Weichen für eine zukunftsfähige Wärmeversorgung zu stellen, wurde im Sommer 2025 das Planungsbüro Enwelo aus Steinfurt beauftragt.

Die kommunale Wärmeplanung dient dabei als strategisches Instrument, um auf Grundlage der örtlichen Gegebenheiten in Vreden zu ermitteln, wie die Wärmeversorgung schrittweise auf erneuerbare Energien umgestellt werden kann.

Übergeordnetes Ziel ist eine treibhausgasneutrale Wärmeversorgung bis spätestens 2045. Die kommunale Wärmeplanung bildet hierfür eine wichtige Grundlage und zeigt mögliche Wege für eine nachhaltige und zukunftssichere Wärmeversorgung in Vreden auf.

Warum ist die kommunale Wärmeplanung so wichtig?

Mehr als die Hälfte des Endenergieverbrauchs in Deutschland fällt für die Erzeugung von Wärme an. Die fossilen Energieträger dominieren nach wie vor, sodass hier ein großer Hebel für die Reduzierung der Treibhausgasemissionen liegt. Die kommunale Wärmeplanung dient als wegweisendes Instrument, wie die Energieversorgung langfristig gesichert und der Einsatz fossiler Energieträger reduziert werden kann. Sie gibt den Bürgerinnen und Bürgern sowie Unternehmen Planungssicherheit, indem Investitionen in Heizsysteme besser einschätzbar werden.

Step by Step - Wie läuft die kommunale Wärmeplanung ab?

Für die Bestandsanalyse hat das Planungsbüro Enwelo eine Vielzahl von Daten aus unterschiedlichen Quellen erhoben. Darunter sind Daten von Netzbetreibern, der Stadt Vreden, den LokalWerken, Schornsteinfegern und Anlagenerzeugern. Alle Schritte erfolgten selbstverständlich unter Beachtung des Datenschutzes bzw. in Abstimmung mit allen Beteiligten. Gemeinsam mit der Stadtverwaltung und weiteren Akteurinnen und Akteuren wurde lokales Wissen ausgetauscht, um die Datenlage zu vervollständigen. Mit Hilfe eines geografischen Informationssystems (GIS) sind die Daten aufbereitet und kategorisiert worden.

Basierend auf der Bestandsanalyse fand in der Potenzialanalyse eine detaillierte Untersuchung räumlicher Potenziale für eine erneuerbare Wärme- und Stromerzeugung statt. Dabei werden die drei Bereiche betrachtet.

  • Reduzierung des Wärmebedarfs: Es werden die Sektoren Haushalte, Gewerbe, Industrie und öffentliche Gebäude betrachtet und Einsparpotenziale hinsichtlich der Raumwärme, des Warmwassers und der Prozesswärme identifiziert. Das Motto lautet hier: die klimafreundlichste Energie ist die, die nicht verbraucht wird.

  • erneuerbare Wärme- und Stromerzeugung: Es wird eine Vielzahl unterschiedlicher Potenziale für die Wärme- und Stromerzeugung untersucht. Das Zusammenwirken von Wind- und Solarenergie wird analysiert, um eine stabile Energieversorgung zu gewährleisten. Das Potenzial für Solardachanlagen wird geprüft und die Nutzung von Geothermie und Biomasse wird bewertet. Darüber hinaus wird gemeinsam mit der Industrie geprüft, inwiefern Abwärme aus industriellen Prozessen sinnvoll genutzt werden kann.

  • Technologien: auch alternative Technologien wie Power-to-Heat und Power-to-Gas (Wasserstoff) werden analysiert und hinsichtlich des Potenzials für eine nachhaltige Wärmeversorgung bewertet.

Auf Grundlage des Ist-Zustandes und der ermittelten Potenziale werden Szenarien für die Jahre 2030, 2035, 2040 und 2045 entwickelt. Die Szenarien dienen als Fahrplan, wie die Wärmeversorgung in der Gemeinde zukünftig nachhaltig und klimaneutral gestaltet werden kann. Es werden drei Szenarien entwickelt:

  • Trendszenario: beschreibt die Entwicklung der Wärmeversorgung, wenn alles weiterläuft wie bisher

  • Idealszenario: zeigt die Entwicklung von Vreden, wenn alle identifizierten Potenziale voll ausgeschöpft werden würden

  • Zielszenario: Kombination aus dem Trend- und Idealszenario, das zeigt, wie ein realistischer, machbarer Weg zur Erreichung der Klimaneutralität aussehen kann

Bei der Bewertung der Wärmeerzeugungsstrategie sollen neben ökologischen Aspekten, auch wirtschaftliche und soziale Kriterien betrachtet werden.

Das Gemeindegebiet wird in unterschiedliche Bereiche unterteilt, für die spezifische Maßnahmen empfohlen werden. Priorisierte Gebiete, in denen eine Umsetzung besonders dringlich ist, werden als sogenannte Fokusgebiete bezeichnet. Für diese Fokusgebiete werden detaillierte Umsetzungspläne entwickelt.

Es wird ein Maßnahmenkatalog erstellt, der angestrebte Projekte, Ziele und Verantwortlichkeiten sowie benötigte Ressourcen festlegt und in eine Zeitplanung einbindet.

Die Wärmewendestrategie soll mit klaren Handlungsplänen, der Zusammenarbeit aller beteiligten Akteurinnen und Akteure und der Einbindung der Bevölkerung die erfolgreiche Umsetzung der kommunalen Wärmeplanung unterstützen.

Digitale Projektkarte_ENWELO
Copyright: ENWELO

Digitale Projektkarte

Sie möchten mehr über den Wärmebedarf in Vreden erfahren? Oder wollen wissen, welche Anlagen bereits jetzt Wärme und Strom durch erneuerbare Energien herstellen? Dann schauen Sie sich hier gerne die interaktive Projektkarte an.

FAQ

Nein. Die kommunale Wärmeplanung ist für private Haushalte nicht rechtlich bindend und verpflichtet nicht zum sofortigen Handeln.

Die kommunale Wärmeplanung hat zunächst keine direkten rechtlichen Konsequenzen für Privatpersonen. Sie biete jedoch eine Chance, da sie eine Orientierung für die zukünftige Wärmeversorgung im Gemeindegebiet der Stadt Vreden gibt. Bürgerinnen und Bürger erhalten eine bessere Einschätzung dafür, welche Heizungstechnologie für sie langfristig sinnvoll sein könnte, wenn sie beispielsweise vor einer Investitionsentscheidung hinsichtlich einer neuen Heizungsanlage stehen.

Durch die kommunale Wärmeplanung werden keine Heizungsformen vorgeschrieben. Im neuen Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) finden sich Vorgaben für den Betrieb von Heizungssystemen.

Nach Abschluss der kommunalen Wärmeplanung werden gebietsbezogene Empfehlungen veröffentlicht. Darüber hinaus ist die gesamte Wärmeplanung öffentlich einsehbar. Bei Fragen können Sie sich gerne an die Stadtverwaltung wenden oder an den Informationsveranstaltungen teilnehmen. Darauf wird über den Veranstaltungskalender der Stadt Vreden sowie über Print- und digitale Medien hingewiesen.

Nein, es besteht kein Anschluss- und Benutzungszwang. Für manche Gebiete kann ein Wärmenetzanschluss sinnvoll sein. Jedoch kann ein Wärmenetzanschluss nicht prinzipiell und allgemeingültig empfohlen werden.

Ja, es werden vorhandene Daten, beispielsweise zum Energieverbrauch, ausgewertet. Diese werden anonymisiert und aggregiert verarbeitet, sodass keine Rückschlüsse auf einzelne Haushalte möglich sind.

Die Wahl der Heizungstechnik hängt von individuellen Faktoren ab. Der Gebäudetyp, das Baujahr, der energetische Zustand und das Nutzerverhalten beeinflussen unter anderem die Wahl der Heizungstechnologie. Die kommunale Wärmeplanung gibt eine Orientierung für geeignete Lösungen in bestimmten Gemeindegebieten, ersetzt aber keine individuelle Planung. Wenn Sie eine energetische Sanierung anstreben, wenden Sie sich gerne an das Klimaschutzmanagement, um eine vergünstigte individuelle Energieberatung in Anspruch zu nehmen.

Die kommunale Wärmeplanung schafft Planungssicherheit. Unternehmen können frühzeitig erkennen, welche Versorgungsoptionen perspektivisch zur Verfügung stehen und welche Investitionen in die Energieversorgung und -infrastruktur sinnvoll sind.

Die Unternehmen werden als wichtige Akteure gesehen und aktiv in die Wärmeplanung einbezogen. Sie können sich bei Veranstaltungen informieren, in Diskursen Wünsche und Ideen einbringen und zur Datenerhebung beitragen.

Grüner Wasserstoff wird voraussichtlich vor allem in der Industrie und im Schwerlasttransport eingesetzt werden, da in diesen Bereichen Alternativen fehlen. Für die Wärmeversorgung von Gebäuden ist ein Einsatz auf absehbare Zeit und im konventionellen Maße nicht denkbar, da die Herstellung und Verteilung von Wasserstoff zu energieaufwendig und kostenintensiv sind.

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Kontakt und weitere Fragen

Haben Sie Fragen? Oder möchten Sie sich über Neuigkeiten informieren? Dann wenden Sie sich gerne per E-Mail oder telefonisch an das Klimaschutzmanagement der Stadt Vreden.

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Ansprechpartnerin bei ENWELO

Bei weiteren Fragen steht auch Franziska Probst vom Planungsbüro ENWELO zu Verfügung.

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